Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Analoges Zeichnen
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Computerdoofchen
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Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon Computerdoofchen » Di 20. Aug 2013, 18:34

Zeichnen, kritzeln, krakeln oder malen hat auch immer etwas mit der persönlichen Stimmung zu tun. Fühlst du dich traurig und deprimiert, wird es dir sehr schwer fallen ein fröhliches Bild zu zaubern. Im Gegenzug dürfte es sehr schwer fallen ein Häufchen Elend zu zeichnen, wenn man selbst singen, tanzen und hüpfen möchte. Versuche erst gar nicht gegen deine Stimmung zu kritzeln, sondern nutze sie für dein Bild aus.

Diese Lektion ist entstanden als ich mir meinen MP3-Player mal wieder mit neuer Musik vollgestopft habe, aber sie ist auch in völlig anderen Stimmungen zu schaffen. Das Motiv selbst ist für unsere Lektionen nicht wichtig, wichtig ist das Prinzip. Diesmal geht es darum einem Strichmännchen ein bisschen Fülle zu geben.

Meist habe ich gar kein fertiges Bild im Kopf, sondern lasse mich von meiner Stimmung und meiner Umgebung inspirieren und „teste“ einfach mal aus und kritzele vor mich hin. Ich lasse die Strichmännchen selbst entscheiden was sie wollen und schaue was „funktioniert“. Es ist fast unmöglich zu erklären, wann sich ein Bild ergibt, aber eines fühlt sich „richtig“ an und das nehme ich dann.
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Meist sind da auch einige Strichmännchen dabei, die nicht so wollen, wie ich es will.
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Sobald man sich für eine Körperhaltung entschieden hat beginnt man - wie sollte es anders sein - mit dem Strichmännchen. Für die analogen Zeichner mit hauchdünnen Bleistiftlinien, die digitalen Zeichner haben den Vorteil die Ebenen in den nächsten Schritten transparenter zu machen.
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Fülle bekommen die Strichmännchen durch geometrische Formen. Die Gelenke werden Kugeln, die Arme und Beine werden Zylinder, das Dreieck des Brustkorbes bekommt auch ein wenig Tiefe. Denk daran, dass Hände und Füße aus mehreren Gelenken und Knochen bestehen. Auch hier ist eine leichte Stiftführung sehr von Vorteil.
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An dieser Stelle hilft es oft, Teile des Bildes extra zu kritzeln, um ein Gefühl für die Details zu bekommen. Ich nehme hier mal als Beispiel das Standbein unseres Tänzers, aber auch die große Zeichnung wird mit diesen Schritten gemacht. Damit du die einzelnen Schritte besser sehen kannst, habe ich hier mal mit verschiedenen Farben gearbeitet. Das „Skelett“ ist blau, die geometrischen Formen (hat mein Scanner nicht erfasst – doofes Ding!) wären hier hellgrau, die tatsächlichen Außenformen sind rot, die Details (hier ein schwingender Rock) sind grün.
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Kritzel den Körper zuerst nackt und arbeite dich dann zu der Kleidung vor, so behälst du leichter die richtigen Proportionen bei, die überflüssigen Linien und Striche verschwinden hinterher in der fertigen Zeichnung.

Anfangs wirst du das Gefühl haben, das Bild vor lauter Strichen nicht zu sehen. Das macht nichts, je öfter du das machst, desto leichter wird es dir fallen, die einzelnen Zeichenschritte auseinander zu halten und deinen Stiftdruck entsprechend, von hauchzart bis stärkeren Konturen, anzupassen.
##Erinnerst Du Dich noch an die Figuren mit den eigenartigen Proportionen aus der ersten Lektion?

Wenn man etwas weiterkritzelt kommt doch noch was halbwegs Vernünftiges raus.

Keine der Figuren wusste anfangs was sie werden wollte - ich übrigens auch nicht.
Also keine Angst - Bilder entwickeln sich - wenn auch manchmal in eine ganz andere Richtung als wir uns das gedacht hatten.


In der letzten Lektion haben wir uns mit Licht und Schatten beschäftigt, auch wenn du mit Farbe arbeitest bleibt das Prinzip gleich. Hell wo das Licht hinfällt, dunkler im Schatten. Und eigentlich war es das auch schon. Strichmännchen, auffüllen, Konturen nachziehen, Details und Schatten hinzufügen – fertig! Tanz, mein kleines Nilpferdchen, Tanz!
#Waaas?
Hier wird getanzt?
Und dann auch noch in Farbe?


Da mach ich mit!
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*****Weitergehen! Einfach weitergehen! Dies ist einfach nur eine Signatur, es gibt also nichts zu sehen! Weitergehen!******
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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon Anga » Do 17. Okt 2013, 14:24

Hallo CD und aiiki,
hab wieder weitergekritzelt.
An den Strichmännchen werde ich dran bleiben. Schwierig ist vor allem, die Figur zu drehen, seitlich, schräg, von oben usw.
##
dann hab ich mich an die Tierköpfchen gewagt und.... nach gefühlten 100 Stunden und 200 Ebenen ist das entstanden
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Also mir hilft euer Kurs als weitere Anregung zum Zeichnen und Malen, aber wie kann ich euch als "Karnickel" nützlich sein? :fragemaus:
Und ähmm ... wo sind denn die anderen Häschen :?:

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon aiiki » Do 17. Okt 2013, 21:33

Ganz super Anga!

Du kannst uns zum Beispiel sagen welche Erläuterungen nicht so verständlich sind und wo wir noch zusätzliche Tipps einbauen sollen.

Wo die anderen Häschen sind wüsste ich auch gerne.

Vielleicht hast Du sie mit Deinem Können etwas verschreckt?
Dann kannst Du uns helfen indem Du ihnen erklärst dass man Zeichnen nicht über Nacht lernt sondern das Geheimnis in vielen, vielen Übungen liegt. ;)

Zeichnen lernen ist ein Prozess und keine Erleuchtung - so gerne wir das auch hätten. :troest:

Also Häschen - traut Euch. Es kann nur besser werden!

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon Anga » Mo 28. Okt 2013, 17:08

aiiki hat geschrieben:Vielleicht hast Du sie mit Deinem Können etwas verschreckt?

Nun, das wollte und will ich auf gar keinen Fall. Aber ich glaub, die waren schon vorher weg, oder? :hoe:
aiiki hat geschrieben:dass man Zeichnen nicht über Nacht lernt sondern das Geheimnis in vielen, vielen Übungen liegt.

Stimmt genau! Ich übe auch schon über 15 Jahre :kicher: aber nicht am PC

Aber jetzt mal etwas ernster:
Eure Aufgaben sind alle super gut und verständlich geschrieben.
Was ich allerdings als etwas unlogisch empfinde, ist der Übergang vom analogen zum digitalen Kurs, bzw. im anlogen Zeichnen steigt der Schwierigkeitsgrad sehr schnell an. Eine Figur zu konstruieren, halte ich für einen Anfänger für sehr schwer. Ist es jedenfalls für mich.
Der digitale Kurs dagegen, fängt wieder mit ganz einfachen Formen an. Find ich gut.
Mir, als nicht mehr ganz Anfänger beim Malen, sind vor allem die Tipps und Tricks, wie Alfakanal sperren, Skizze einfärben usw. sehr nützlich. Ich vermisse noch etwas Hilfe zum Erstellen guter Pinseleigenschaften. Dynamik und Werkzeugvoreinstellungen haben so ihre Tücken für mich. :doh:
Also, macht weiter so.

Hoffentlich kommen die anderen Karnickel wieder aus ihrem Bau, gell, miteinander machts doch noch mehr Spaß :zwinker:

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon aiiki » Mo 28. Okt 2013, 19:53

Nein, ich glaube auch nicht dass Du sie verschreckt hast.
Aber es geht ihnen wohl so wie Dir. Sie bekommen nicht die Kurve zwischen dem analogen und dem digitalen Teil.
Dass die so unterschiedlich sind liegt daran dass sich zwei sehr unterschiedliche "Lehrer" ausgetobt haben.

Wir werden, wenn es dann endlich soweit ist, wahrscheinlich zwei Kurse draus machen. Einen mit analog gezeichneten Comic-Figuren und einen mit den digitalen Lektionen.
Dann wird es übersichtlicher und jeder kann sich aussuchen womit er sich lieber beschäftigen will.

Ich hänge mit meinem digitalen Part momentan beim Erstellen der nächsten Lektion (Faltenwurf) etwas fest weil so viele andere Dinge dazwischen kommen (die Päckchen für den Adventskalender und die weitere Verbesserung des Scrap-Kurses z.B.). Sobald ich wieder etwas Luft habe geht es weiter.

Was die Pinseleinstellungen angeht bin ich übrigens nicht der beste Lehrer. Ich male auch erst seit der Arbeit am Kurs mit dem Tablett (vorher habe ich es eher für solche Fummelarbeiten wie das Freistellen verwendet).

Ich skizziere grundsätzlich mit dem Tintentool und benutze ansonsten nur noch ganz wenige Pinsel in ihren Grundeinstellungen. Das kommt dem "echten" Zeichnen am nächsten und genügt mir eigentlich. Ich bin eben auch kein Profi.

Wenn ich aber über interessante Einstellungen stolper lasse ich es Euch wissen. Dabei baue ich natürlich darauf, dass auch Ihr mich nicht dumm sterben lasst wenn Ihr einen tollen Tipp habt. :kicher:

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon bingo » Di 31. Dez 2013, 13:36

Hier versuche ich mich am Hammerwerfen – das scheint wohl an meiner Affinität zur Kugel zu liegen. Die Übung Nr. 1 (die mit den Strichmännchen) war mir dabei eine wichtige Hilfe; denn, ob Ihr es glaubt oder nicht, dies sind meine ersten Bewegungsabläufe.
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Auf den meisten Bilderchen ist der Hammer nicht zu sehen, aber man möchte doch gern wissen, wohin und wie weit er nach dem Abwurf fliegt und ob er überhaupt am Ziel ankommt. Das ist zur Zeit noch nicht sicher.
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Ein frohes Neues Jahr 2014 wünscht bingo

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon aiiki » Di 31. Dez 2013, 14:44

In der richtigen Reihenfolge könnte man ne Ani draus machen. Die sind richtig toll.

(Und wie es Dir gelungen ist die verschiedenen Sportarten darzustellen - Golf ist auch dabei! :traenenlach: )


Hoffen wir, dass Kugel und Vögel nicht von den Silvesterraketen erwischt werden die schon unterwegs sind.
Ich wünsch schon mal einen guten Rutsch!

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon Anga » Mi 1. Jan 2014, 11:10

Deine Sportler sind ja super, bingo :spitze:
und immer ein kleines "G'schichtle" dabei :freu:

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon bingo » So 26. Jan 2014, 13:58

aiiki hat geschrieben: In der richtigen Reihenfolge könnte man ne Ani draus machen …
Ja, ja, das mit der Ani habe ich nicht vergessen. Auch bei Lektion 4 war damals mein Credo wieder mit mir durchgegangen: ein Bild soll etwas erzählen. Deswegen fand ich Strichmännchen allein etwas langweilig, so daß ich eine Bildsequenz gekritzelt hatte, zufällig vom Hammerwerfen.
Schon von Anfang an habe ich aiiki und CD zugestimmt, daß Painting und Kritzeling, wie ich es etwas despektierlich nenne, zusammen gehören. Da waren nun also meine Kritzelvorlage, mein neues Tablett, aiikis Vorschlag und mein neu erworbenes Wissen aus den beiden Kritzeling/Painting-Lektionen. Wollen wir doch mal sehen, wie es mit bingos Können aussieht! :think:
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Und was habe ich gelernt? Eine ganze Menge, unter anderem dieses
1. Hammerwerfen ist eine hochkomplizierte Sache und wie diese wuchtigen Athleten diese filigranen Tanzschrittchen fabrizieren – alle Achtung! Ja, ja, die Athletinnen natürlich auch. Und wenn ich nicht Angst hätte, daß der Hammer mich aus dem Ring ziehen würde statt daß ich ihn heraus schleudere – wer weiß …
2. Ohne Vorzeichnung auf dem Papier geht es bei mir nicht. Mit dem Tablettstift direkt darauf los zu kritzeln ist mir zur Zeit viel zu kompliziert (und frustrierend). Das heißt also: Scannen und die analoge Zeichnung als Ebene der digitalen Kritzelei unterlegen. Beim „Abkritzeln“ ergeben sich eine Menge Korrekturen – in der Regel sind es Verbesserungen. Bei diesem Vorgehen zeichne ich beim analogen Kritzeln auf jeden Fall das Strichmännchen und gebe ihm schon etwas „Volumen“ mit in die digitale Runde; beim digitalen Kritzeln liegt der Schwerpunkt darauf, das Ganze erträglich 3-dimensional zu gestalten. Mit fortschreitender Übung gehen der Aufwand fürs analoge Strichmännchen und die Anzahl der Striche zurück – aber das haben uns unsere beiden AdminInsja schon mehrfach vorhergesagt.
3. Wichtig die Anleitungen aus dieser Lektion 4. Wenn man sich insbesondere bei Menschen oder Tieren in Bewegung san diese grobe Vereinfachung hält, dann stimmen der dargestellte Körper und die gewollte Bewegung oft auf Anhieb oder Fehler können schnell erkannt und digital korrigiert werden. Für den Geschichtenerzähler (z.B. bingo) kommt hinzu, daß digitales Korrigieren natürlich viel einfacher und schneller geht – mehr Zeit für die Geschichte!
4. Das Wichtigste für mich (ob nur zur Zeit oder für alle Zukunft, wird sich noch herausstellen): erst die Knochen des Strichmännchens kritzeln, danach Proportionen und Bewegung auf Stimmigkeit abschätzen, ggf. korrigieren und erst dann das Fleisch an die Rippen malen.
5. Ein wirklich wichtiger Rat für das digitale Kritzeln stammt von aiiki „Nimm das Tusche-Werkzeug, Größe ca. 0,6 und Deckkraft ca. 50 %“. Es geht wirklich am Besten (bis auf die geraden Linien, insbesondere von unten nach oben).
Nun will ich hier nicht mehr länger dozieren, sondern gerne eine typische bingo-Frage stellen, um wieder schlauer zu werden. Hängen .gif-Format und Bild-Modus = indiziert irgendwie zusammen? Ich hatte nämlich meine einzelnen Hammerwurf-Schritte als .png-Dateien abgespeichert und diese dann zu einer Ani-gif kombiniert. Wie aus dem Bild ersichtlich, wurden beim Abspielen der Ani-gif jede Menge von transparenten Flecken störend sichtbar.
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Als ich die einzelnen Ebenen an diesen Stellen „nachfärben“ wollte, hat es länger gedauert, bis ich bemerkt habe, daß meine Ani-gif im Modus „indiziert“ stand und eine Änderung auf „RGB“ nichts bewirkt hat. Und noch länger hat es gedauert, bis ich alle meine .png-Dateien in .jpg-Dateien mit farbigem Hintergrund verwandelt hatte und daraus meine Ani-gif zusammengesetzt habe.
Gruß bingo

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Re: Lektion 4 - oder Tanz für mich, meine Schöne!

Beitragvon eibauoma » So 26. Jan 2014, 14:54

Eine Gif-Datei verwendet tatsächlich nur indizierte Farben. (kam im Schnupperkurs mal ziemlich am Anfang dran - wenn Du Dich an die nicht gehorchende schwarze Farbe bei den Text-Buttons entsinnst)
Weil Du beim Indizieren selber auf die Einstellungen Einfluss nehmen kannst, ist es günstig, vor dem Exportieren als Gif über Bild - Modus - indiziert - selbst über Palette und Rasterung zu entscheiden.
(Auch wenn Du feststellst, dass die Ani zu groß wird und Du das Bild noch skalieren musst - denke daran, zunächst den Bildmodus RGB wieder einzuschalten und danach erst zu skalieren - und dann wieder Modus indiziert.)
Ich schaue hier sonst immer nur von Weitem zu - und freue mich über Deine Bilder und Geschichten :dank: :freu:

Einfach klasse, Dein Hammerwerfer :gewonnen:


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