Bild fürs Portfolio

bingo
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Re: Bild fürs Portfolio

Beitragvon bingo » Do 27. Okt 2016, 17:05

Das finde ich schon prima, das Entstehen Deines Werkes in den Details zu sehen. Aber wenn Du denkst, das wäre es nun, dann hast Du Dich getäuscht. Einige Fragen seien noch erlaubt, und wenn sie zu direkt sind, dann sagst Du einfach nichts :snooty:

Ich folge der Chronologie Deiner Schritte:

Von der Bleistiftskizze zur Computerskizze
Dieses Gekrickel hättest Du sicher genauso mit dem Stift aufs Tablett gemacht. Hat der Bleistift dennoch einen Sinn, gerade weil es digital sicher leichter gewesen wäre, die von Dir erwähnten mehreren Versionen herzustellen, Teile davon zu kombinieren, zu radieren, usw.?

Die Ausarbeitung der gewählten Ausgangsskizze
Welche(-)r Stift(-e)? Radieren ja? Vorlagen? Arbeiten auf einer Ebene über der Ausgangsskizze oder direkt in dieser Ebene?

Eintrag der Grundfarben
Mit Lasso abgrenzen und den Farbeimer ausleeren?

Rumwerkeln an den einzelnen Ebenen
Welche Werkzeuge sind es denn hauptsächlich? Wie viele Ebenen hatte denn Dein Bild vor dem Zusammenziehen etwa? Stellst Du grundsätzlich Auflösung 300 dpi ein?

Zum Schluß :spitze:
Gruß bingo

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Faust
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Re: Bild fürs Portfolio

Beitragvon Faust » Do 27. Okt 2016, 18:32

Hallo Bingo :D Es ist kein Problem für mich, darüber zu sprechen, im gegenteil, ich freue mich, wenn Interesse genug für solche Fragen besteht.

Zu Deinen Fragen:
Von der Bleistiftskizze zur Computerskizze
Dieses Gekrickel hättest Du sicher genauso mit dem Stift aufs Tablett gemacht. Hat der Bleistift dennoch einen Sinn, gerade weil es digital sicher leichter gewesen wäre, die von Dir erwähnten mehreren Versionen herzustellen, Teile davon zu kombinieren, zu radieren, usw.?


Also, die Diskussion Digital vs Analog ist ja immer so eine Sache und ich könnte ganze Aufsätze darüber schreiben, warum es manchmal besser ist, den Bleistift zu gebrauchen, und manchmal das Tablet besser ist. Ich lasse jetzt aber bei kurzen Argumenten in dem Konkreten Fall.

Zuerst einmal habe ich persönlich immer ein Skizzenbuch bei mir, wo ständig irgendwelche ideen reingekritzelt werden (auf 40-50 Ideen kommt eine, wo ich denke, da kann/will ich ein Projekt draus machen). Das passiert auf dem Klo, Im Zug, im Wartesaal vom Arzt, zwischendurch usw. Hab halt nicht immer GIMP offen bzw Computer an, aber ein Skizzenbuch ist zu 100% griffbereit.
zweitens geht das aussuchen und rumprobieren mit dem Format bzw der Komposition leichter mit Papier, weil man das zb leichter drehen kann (Brauche keinen extra knopf bzw tastenkombination dafür , meine Hände genügen :D) ich weiss, mit GIMP 2.9 kann man jetzt auch die Leinwand rotieren, aber mein Computer (inzwischen auch 5-6 jahre alt) macht da nicht mehr so gut mit.

Natürlich heisst das nicht, dass man nicht alles am Rechner machen kann, für mich ist das arbeiten mit papier und Bleistift einfach um einiges intuitiver, vor allem, wenn es um ein Bild geht, dass viel auf Zeichnung aufbaut.

Welche(-)r Stift(-e)? Radieren ja? Vorlagen? Arbeiten auf einer Ebene über der Ausgangsskizze oder direkt in dieser Ebene?

Haaa jetzt wirds technisch, ich kann da etwas konkreter werden :)
Also, Digitale Linien bearbeite ich grundsächlich auf einer Transparenten Ebene mit dem Runden Standartpinsel in 75% Härte eingestellt. Die Druckempfindlichkeit ist auf die durchsichtigkeit eingestellt, allerdings habe ich da eine eigene Kurveneinstellung, die um ein vielfaches schneller undurchsichtig wird als die Standarteinstellung. Das liegt daran, dass ich nicht ständlig so feste Drücken will. Da wird dann auch radiert, mit dem Radierwerkzeug.
Was Du mit Vorlagen meinst, verstehe ich nicht so, ich denke vielleicht schablonenmäßig etwas darunter? Das mache ich eigentlich nicht. ich bastle alle Figuren etc von Grund auf. Wenn ich irgendwo Schwierigkeiten habe, mache ich separate Studien, um das Sujet besser zu verstehen.

Sobald die Zeichnung alle Informationen enthällt die ich für das Stadium will + zu unsauber und krakkelig wird um weiterzumachen, erstelle ich eine neue Ebene darüber, schalte die alte auf 20% oder so an Transparenz und zeichne die Linien aufs neue, diesmal sauberer, und dabei ergeben sich dann auch wieder mehr details, feinheiten usw. Alte Ebenen werden dann gelöscht meistens.

Eintrag der Grundfarben
Mit Lasso abgrenzen und den Farbeimer ausleeren?


Weder noch :D Hier entstehen die ganzen vielen Ebenen des Bildes. Ich nehme dafür wieder runden Pinsel, diesmal mit Bleistift-tool und keine Druckempfindlichkeit, um nur scharfe Kanten zu haben. Damit ziehe ich die Linien Nach und fülle dann die Form aus. Für jede Form eine eigene Ebene, bzw ich ziehe ebenen zusammen, die Farblich und Tonal zusammengehören, wie zum beispiel das Gras im Hintergrund hier oder die Menschengruppe hinter den Vikingern.
Diese Arbeitsweise hat den Vorteil, dass ich diese Ebenen dann mit lock transparency (Das ist das kleine raster-zeichen neben der ebene) versehen kann und so ohne zu übermalen hinterher drauf rumpinsele. Ausserdem ändere ich auch die Töne und Fraben durch Kurven-dialog, einfärben, überlagern reiner Farbebenen usw, um den Effekt und die Harmonie herzustellen, die mir vorschwebte.

Hier ist mal ein Beispiel von einem Bild nur in diesem Stadium: http://ulrichsubergart.com/Illus/9.jpg

Rumwerkeln an den einzelnen Ebenen
Welche Werkzeuge sind es denn hauptsächlich? Wie viele Ebenen hatte denn Dein Bild vor dem Zusammenziehen etwa? Stellst Du grundsätzlich Auflösung 300 dpi ein?


In diesem Stadium ist es vor allem der Pinsel mit meinen Custom-Brushes. Da bin ich eigentlich weniger Computertechnisch als Maltechnisch unterwegs, arbeite an Halb-tönen, details, Materialausdruck, Anatomie, usw usw Das dauert am längsten ist aber auch die schönste Arbeit, wie ich finde :)

Vor dem Zusammenziehen hatte mein Bild etwa 20 Ebenen bei einer Auflösung von 8326x7541 Pixeln. Die DPI einstellung ist ungemein wichtig fürs Drucken, aber fürs digitale am Computer kommts doch darauf an, wievele Pixel es sind. Und mit meinem Rechner ist das schon grenzwertig.
:D

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Re: Bild fürs Portfolio

Beitragvon bingo » Do 27. Okt 2016, 19:29

Erst einmal schönen Dank für die ausführliche Antwort. Jetzt gilt es erst einmal ausführlich zu lesen. Bis dahin :)


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